HANDSCHMERZ
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Motorisch (= die Muskelkraft, Muskeltätigkeit betreffend) und sensibel (= die Empfindung betreffend) wird die (ganze) Ha nd aus dem Plexus brachialis (= Hauptnervengeflecht des Armes) versorgt. Dies erklärt, warum bei den folgenden, unterschiedlichen Schmerzursachen eine kontinuierliche Nervenblockade mit eingepflanztem Katheter (*siehe unten) sehr hilfreich ist.

Abgesehen von harmlosen Prellungen oder Verstauchungen kann ein Handschmerz viele Ursachen haben.
Mögliche Ursachen für einen spezifischen Handschmerz (also nur im Bereich einer Ha
nd oder auch beider Hän de auftretend) sind:

  1. Sehnenerkrankung en
    Die häufigste Ursache für eine Sehnenscheidenentzündung sind mechanische Überlastungen, so. z.B. übermäßige Arbeiten am Computer. Diese Überlastung kann zu winzigen Verletzungen (Mikrotraumen) führen. Die darauf folgende Reaktion ist eine lokale En
    tzündung. Bakterielle Infektionen als Ursache sind selten. Mehr über diese Erkrankung einschließlich Behandlung erfahren Sie hier: http://www.gsehnenscheidenentzuendung.eu (einfach anklicken)
    Auch die Verengung von Sehnenscheide
    n kann zu einem Handschmerz führen. Die Therapie besteht in einer operativen Spaltung.
  2. Morbus Sudeck (Komplexes regionales Schmerzsyndrom bzw. CRPS Typ I) im Ha ndbereich
    Dabei handelt es sich um reaktive, neurovaskulär
    (= Nerven- und Gefäßsystem betreffend) bedingte, in 3 Stadien ablaufende Weichteil- und Knochen veränderungen rumpfferner Gliedmaßen abschnitte als Verletzungsfolge (v.a. nach Knochenbrüchen), aber auch nach Entzündungen oder Nervenschädigungen, einhergehend mit einem heftigen Handschmerz.
    Mehr über diese Erkrankung einschließlich Behandlung erfahren Sie hier: http://www.morbus-sudeck.de
    (einfach anklicken)
  3. Nach Amputationen kann ein Handschmerz als Stumpfschmerz auftreten. Auch nach einer Armamputation kann ein isolierter Handschmerz auftreten, man spricht dann von einem Phantomschmerz.
    Mehr über Stumpf- und Phantomschmerzen einschließlich deren Behandlung erfahren Sie hier: http://www.amputationsschmerzen.de
    (einfach anklicken).  
  4. Die Cheiralgia paraesthetica, teilweise auch Chiralgia paraesthetica genannt, äußert sich in Daumenschmerzen und Parästhesien (= Mißempfindungen) an der lateralen (= äußeren) Daumen seite und am daumenseitigen Ha ndrücken, bedingt durch Kompression des Nervus digitalis dorsalis. Es handelt sich also um ein Engpaßsyndrom, meist infolge einer mechanischen Irritation des Nervs z.B. durch ein (zu enges) Uhrarmband. Mehr über diese Erkrankung einschließlich Behandlung erfahren Sie hier: http://www.schmerzklinik.com/cheiralgia-paraesthetica (einfach anklicken).
  5. Seltener führt die Dupuytren´sche Kontraktur zu einem Handschmerz. Dabei handelt es sich um eine gutartige knotige und strangförmige Fibromatose (= Bindegewebswucherung) der Ha nd, die zu einer Streckhemmung und gelegentlich zu einer Adduktionkontraktur (= zusammengezogene, unwillkürliche Dauerverkürzung) der Finger. Im fortgeschrittenen Stadium kann eine Operation durchgeführt werden.
  6. Selten: Knochenentzündungen (Ostitis) oder Knochenhautentzündungen (Periostitis) im Han dbereich.


Erkrankungen, bei denen neben anderen Symptomen (= Krankheitszeichen) auch ein Handschmerz auftritt oder auftreten kann:

  1. Relativ häufig führen Affektionen (= Störungen/Erkrankungen) des Handgelenk s können zu einem Handschmerz. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.handgelenkschmerzen.de  (einfach anklicken)
  2. Die Polyneuropathie ist eine Krankheit des sog. peripheren (= außerhalb von Hirn und Rückenmark) Nervensystems und betrifft sowohl sensible (= der Empfindung dienende) als auch motorische (= die Muskeltätigkeit regelnde) Ner ven. Die ersten Symptome (= Krankheitszeichen) sind  Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen oder unangenehme Temperaturempfindungen. Im weiteren Verlauf treten Sensibilitätsstörungen (= z.B. herabgesetzte Wahrnehmung von Berührungen, vermindertes Vibrationsempfinden) und Schmerz en (hpts. in Füßen, Unterschenkel, Hän den) hinzu.
    Mehr über dieses Krankheitsbild einschließlich Behandlung erfahren Sie hier: http://www.polyneuropathie.net
    (einfach anklicken)
  3. Beim Morbus Raynaud liegen im weitesten Sinne akrale (= das äußere Ende betreffenden) Durchblutungsstörungen der Hän de oder ße vor (akrales Ischämiesyndrom), im engeren Sinne handelt es sich um funktionelle Durchblutungsstörungen (vasospastisches Syndrom oder Ischämiesyndrom). Das vasospast ische (= die krankhafte Verengung von Schlagadern betreffendes) Synd rom entsteht durch eine überschießende, funktionelle Gefäßverengung durch muskuläre Kontraktion (= Verengung, Zusammenziehen) der Tunica media (= mittlere Muskelwandschicht einer Schlagader), insbesondere an Fin ger- und Zehen arterien. Besonders bei Kälteexposition kommt es zu Schmerz en in den Hän den, z.T. aber auch in den ßen.
    Mehr über diese Krankheit einschließlich Behandlung erfahren Sie hier: http://www.raynaud-syndrom.com (einfach anklicken).
  4. Beim Karpaltunnel-Syndrom handelt es sich um ein Kompressionssyndrom (= Krankheitszeichen bei zu starker Einengung) des Nervus medianus in diesem Kanal infolge einer mechanischen Reizung. Dabei klagen die Patienten über Brennschmerzen in der (mittleren) Ha nd und des angrenzenden Unterarmes, vor allem bei Dorsalflexion (= Überstreckung der Han d). Der Schmerz kann bis zur Schulter ausstrahlen. 
    Je nach Ausmaß der Störung treten Hyp- und Parästhesien
    (= herabgesetzte Empfindung und Mißempfindungen), Kältegefühl und Hyperhidrose (= übermäßige Schweißbildung), später auch Atrophie (= Gewebsschwund) der Daumenballen muskulatur (Abduktor-Opponens-Atrophie) hinzu.
    Mehr über diese Schmerzerkrankung einschließlich Schmerzbehandlung erfahren Sie hier: http://www.karpal-tunnel-syndrom.de
    (einfach anklicken)
  5. Beim klassischen Schulter-Ha nd-Syndrom liegt die Kombination einer Sudeck Erkrankung der Ha nd mit einer Periarthritis humeroscapularis vor. Typischerweise besteht ein Ruheschmerz im Bereich des Armes mit Schmerzverstärkung bei Belastung. Manchmal treten begleitend vegetative Krankheitszeichen wie Kälte, Zyanose (= bläuliche Verfärbung der Haut) oder Schwitzen auf. 
    Mehr über diese Schmerzkrankheit einschließlich Schmerzbehandlung erfahren Sie
    hier (einfach anklicken).
  6. Bei der Erythromelalgie (auch als Erythralgie, Erythermalgie, Erythrozyanose oder Erythrothermalgie bezeichnet) liegt eine Hauterkrankung mit Durchblutungsstörung vor. Diese Störung beruht aber nicht auf Blutmangel sondern auf einer überschießenden Durchblutung. Die Krankheit ist gekennzeichnet durch brennende, schmerzhafte Sensationen im Bereich der Füße, (seltener) aber auch der nde. Wärme verstärkt die Beschwerden. Die Schmerz bereiche sind häufig gerötet (deshalb der Begriff "erythro" in der Krankheitsbezeichnung), teilweise aber auch zyanotisch (= bläulich verfärbt), was dann zu einer Verwechslung mit der Raynaud Krankheit führen kann. Manchmal treten auch Schwellungen bzw. Ödeme (= krankhafte Flüssigkeitsansammlungen) auf. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.erythromelalgie.de (einfach anklicken).
  7. Schließlich kann auch eine Arthritis oder Arthrose (Heberdenarthrose, Bouchardarthrose) der Finger gelenke zu einem Handschmerz führen.

Zur Behandlung eines Handschmerz es hat sich die kontinuierliche Blockade des Plexus brachialis* (= Armnervengeflecht) sehr bewährt. Da der Pl exus brachial is reich an vegetativen (= das unwillkürliche Nervensystem betreffenden) Nervenfasern ist, tritt neben der nozizeptiven (= die Schmerzreizleitung betreffenden) Hemmung auch eine ausreichende sympathikolytische (= gefäßerweiternde) Wirkung ein.
Bei herabgesetzter Lokalanästhetika-Konzentration (z.B. 10 bis 15 ml Bupivacain, 0,1 bis 0,15%) bleibt die Motorik
(= Muskelkraft) erhalten, so daß begleitend krankengymnastische Übungsbehandlungen für die Hän de möglich sind (bei der Ra ynaud-Kran kheit trainingshalber auch mit Kälteexposition). 
Die Methode kann zeitgleich beiderseits durchgeführt werden, aus Sicherheitsgründen sollte bei repetitiver Applikation
(= wiederholter Einzelverabreichung) diese alternierend (= im Wechsel) erfolgen.
Eine weitere Therapiemöglichkeit ist die Blockade
(=Betäubung) des Ganglion stellatum (= eine vegetative Schaltstelle im seitlichen Halsbereich) in gehäufter Abfolge, optimal in kontinuierlicher Form mit Katheter*

* Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird ein dünner Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht "aufgeschnitten" werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliches Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden. Dass die schmerzlindernde Wirkung i.d.R. über die eigentliche Behandlungszeit hinaus anhält, ist u.a. darauf zurückzuführen, daß bei dieser Blockadebehandlung auch die sog. vegetativen Nerven betroffen sind, woraus, wie oben schon ausgeführt, eine sehr deutliche Durchblutungssteigerung resultiert. Dies ist der Grund, warum diese Behandlungsmethode besonders bei Schmerzen, die auf eine verminderte Blutversorgung, auf entzündliche oder auch degenerative Prozesse zurückzuführen sind, sehr hilfreich ist, denn eine gute Durchblutung wirkt entzündlichen und degenerativen Schmerzursachen kausal (= ursächlich) entgegen.

Die invasiven (= in den Körper eindringenden) Therapiemethoden der speziellen Schmerztherapie setzen eine sehr gründliche fachärztliche Ausbildung voraus, weshalb sie nur in wenigen therapeutischen Einrichtungen angeboten werden können. Insbesondere sind die kontinuierlichen Blockaden mittels eingepflanztem Katheter in Deutschland nur in ganz wenigen Schmerzzentren (Schmerzkliniken) durchführbar, so z.B. in Bad Mergen theim.

Die Methoden der modernen Schmerztherapie bieten auch optimale Voraussetzungen für eine Anschlußheilbehandlung (AHB) bzw. Anschlußrehabilitation. Mehr darüber erfahren Sie hier: http://www.anschlussheilbehandlung.eu (einfach anklicken).

Was bringt die Gesundheitsreform für Schmerzpatienten ?  Hier eine Zusammenfassung:  www.schmerzklinik.com/gesundheitsreform (einfach anklicken)

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Aktualisiert: >06.09.2007</> kusb
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